Die Reformen Peter I. und ihre westeuropäischen Vorbilder

Jewgeni W. Anissimow
(in russischer Sprache)

Zusammenfassung

Der Vortrag beleuchtet die Persönlichkeit Peter I. und das gesellschaftliche Umfeld seines Wirkens in Rußland und Europa des 17. Jh. Besondere Aufmerksamkeit richtet der Autor dabei auf die zu jener Zeit geltenden "ideologischen Stereotype", die das politische und philosophische Denken bestimmten: die Ideen vom Gemeinwohl, dem alles politische Handeln unterzuordnen sei, vom auf der Grundlage von Gewalt und Gesetzlichkeit arbeitenden Staat als Maschine, vom Merkantilismus als ökonomischer Funktionsgrundlage der Gesellschaft. Die zwei Europa-Reisen Peter I. werden in ihrem Zusammenhang mit verschiedenen Etappen der reformatorischen Tätigkeit des Zaren dargestellt, seine Methode der Sammlung und Bewertung westeuropäischer Erfahrungen beschrieben. Dabei wird besonders deutlich, in welchem Maße Peter I. diese im Sinne seiner politischen Ziele nutzte bzw. ignorierte und damit die seit alten Zeiten in Rußland existierenden Macht- und Eigentumsverhältnisse festigte und gleichzeitig die Rolle des Staates erhöhte.

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